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Unser Trägerverin - Die Gründer - Nachruf zu Günter Niesen

Günter Niesen
Nachruf auf Herrn Niesen

Liebe Frau Niesen, 
liebe Kinder, Ehepartner und Enkel,
liebe Verwandte und Freunde,
liebe Trauergemeinde

Von Schmerz und Trauer erfüllt standen Mitbegründer, Vorstand, Mitglieder des Altenheimvereins, die Mitarbeiter des Altenheims, viele Rentner, Ehrenamtliche und Freunde mit Ihnen am Grab unseres Gründungsmitgliedes, unseres langjährigen Geschäftsführers und Ehrenvorsitzenden, unseres Freundes Herrn Günter Niesen.

Fassungslos, der Worte beraubt, versuchen wir zu verstehen, dass Herr Niesen nicht mehr unter uns weilt. Uns nicht mehr mit freundlichen Worten im Haus besuchen kommt. Keine Vorstands- und Trägersitzung mehr leitet. An Sonn- und Feiertagen nicht mehr durchs Haus geht, um den Mitarbeitern für ihren Einsatz zu danken. An Weihnachten nicht mehr da sein wird, um vor Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern zu sprechen.

Ohne Herrn Niesen, und sein gemeinsames, mit Herrn Pfarrer Beha und Herrn Uttenweiler über Jahrzehnte erfolgreiches Engagement wäre das Altenheim St. Cyriak in seiner jetzigen Form nie entstanden. Denn die Idee, diese Vision dass die älteren Menschen von Furtwangen ihren Lebensabend selbst bei Pflegebedürftigkeit in der Heimat verbringen können, wurde schon damals in den 60 er Jahren von den Beteiligten so vehement vertreten, dass Sie sich gegen vielerlei Widerstände durchgekämpft und den Weg zum Bau dieses wunderbaren Hauses geebnet haben.

1965 war es als in Furtwangen auf Anregung des erst 31-jährigen Herrn Konrad Uttenweiler und des erst 26-Jahre alten Herrn Günter Niesen der Bau eines Altenheimes vorgeschlagen wurde.

Im Dezember 1967 wurde der Caritas-Altenheim e.V Furtwangen gegründet. 1970 übertrug man Herr Niesen das Amt des Geschäftsführenden Vorsitzenden. Mit großem Einsatz arbeitete er für die Realisierung des Heimes. So konnte im November 1976 Richtfest gefeiert und am 15.Februar 1977 die ersten Bewohner im neuen Altenheim begrüßt werden.

Wie unschätzbar wertvoll das Haus für die Stadt Furtwangen geworden ist, mag daran ersichtlich sein, dass es bis heute zu 80 Prozent von Bürgern der Stadt und der unmittelbaren Umgebung belegt wird.

Seit 1977 hat die Stadt Furtwangen mit dem Caritas Altenheim e. V einen treuen und zuverlässigen Partner, der sich gemeinnützig der Betreuung Älterer Bürger annimmt und damit eine große kommunale Aufgabe erfüllt. Im Herzen der Stadt, im Herzen der Bürger zu sein, war für Herrn Niesen und ist für alle Verantwortlichen noch heute kein Werbeslogan, sondern gelebte Überzeugung und täglicher Auftrag.

Für seine großen sozialen und politischen Verdienste wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er erhielt die Bürgermedaille der Stadt Furtwangen, das Ehrenzeichen in Gold des Deutschen Caritasverbandes und das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Bis in den Herbst des vergangenen Jahres hinein nahm Herr Niesen  trotz seiner Krankheit regen Anteil am Geschehen im Heim. Die Sorge darum, das Altenheim in eine sichere Zukunft zu führen, hat ihn selbst zu dieser Zeit noch immer sehr beschäftigt.

Noch an Heilig Abend des vergangenen Jahres hat Herr Niesen wie all die Jahre zuvor eine Ansprache gehalten. Viele Gäste sprechen heute davon, dass sie seine letzten öffentlichen Worte nicht vergessen werden. Sprach er doch, offen und damit Zeugnis gebend für uns alle, vom Glaube als Quelle und Fundament seiner Lebenskraft.

Überblickt man diese lange Zeit, so hat Herr Niesen über 40 Jahre seines Lebens hinweg zuerst für die Idee und dann für das mit von ihm geschaffene Altenheim St. Cyriak ehrenamtlich gearbeitet.


Das Altenheim St. Cyriak ist nicht nur zu seinem Lebenswerk geworden. Es war Teil seines Lebens!


Liebe Familie Niesen. Der geschäftsführende Vorstand, die Mitglieder des Vereins, die Mitarbeiter des Altenheimes, die Rentner,
Ehrenamtlichen und Freunde und ganz besonders die vielen Heimbewohner und ihre Familien danken Ihnen von ganzem Herzen für das unermüdliche Schaffen und Wirken Ihres Mannes und Vaters für das Altenheim St. Cyriak. Gerade Sie als Familie haben großen Anteil an dieser Lebensaufgabe Altenheim, denn unzählige Stunden mussten Sie auf den Ehemann und Vater verzichten.

Nach schwerer Krankheit, immer wieder begleitet von Hoffnung auf Genesung ist er nun zum ewigen Vater gegangen. Wir wollen bei Ihnen sein in dieser schweren Stunde, mit Ihnen trauern, mit aufrichtigem Mitgefühl und für bittendem Gebet.

Für den andern da sein, ihm zu helfen, Gutes zu tun, dieses große Gottesgebot der Nächstenliebe war für den Verstorbenen stets Weg und Ziel in seinem Leben. Wer Ihn näher kannte durfte erfahren, wie sehr er aus dem Glauben Kraft und Halt für sein Leben geschöpft hat.

Mit den Worten von Hieronymus wollen auch wir
auf den Auferstandenen Herrn und Gott vertrauen;

Wir sollen nicht trauern, dass wir die Toten verloren haben, sondern dankbar dafür sein, dass wir sie gehabt haben, ja auch jetzt noch besitzen: denn wer heimkehrt zum Herrn, bleibt in der Gemeinschaft der Gottesfamilie und ist nur vorausgegangen.

Mit großem Respekt denken wir an Herrn Niesen. Wir werden Ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Thomas Wehrle

Ich habe den Herrn beständig vor Augen. Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht. Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Zunge und auch mein Leib wird in
Sicherer Hoffnung ruhen; denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis, noch lässt du in deinen Frommen die Verwesung schauen. Du zeigst mir Wege zum Leben, du erfüllst mich mit Freude vor deinem Angesicht.
Apg. 2 Vers 21 und Vers 25-28